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Thomas Jann Orgelbau GmbH
Meisterbetrieb und Restaurationsbetrieb

In memoriam Franz Lehrndorfer


Am 10 Januar 2013 verstarb Prof. Franz Lehrndorfer. Zusammen mit Wolfram Menschick aus Eichstätt war Franz Lehrndorfer einer der Fürsprecher der jungen Orgelbauwerkstatt Georg Jann. Der Höhepunkt des gemeinsamen Schaffens um die Orgel war der Bau der Orgeln im Münchner Dom.

Dankbar sind wir, diesen großartigen Mann auf seinen Lebensweg begleitet zu haben.

Der Nachruf des amtierenden Münchner Domorganisten Monsignore Hans Leitner:

In memoriam Franz Lehrndorfer

Nach langer und schwerer Krankheit verstarb in den frühen Morgenstunden des 10. Januar 2013 im Krankenhaus Großhadern der langjährige Münchner Domorganist Prof. Dr. Franz Lehrndorfer. Lehrndorfer, der am 10. August 1928 in Salzburg geboren ist und in Kempten heranwuchs, wurde 84 Jahre alt. Der in der Orgelwelt wohlklingende Name Lehrndorfer war ein Garant für einen ideenreichen und virtuosen Improvisator, einen stilsicheren und musikalischen Interpreten, sowie für einen gefragten und beliebten Pädagogen.
Als solcher wirkte er zunächst bei den Regensburger Domspatzen, ehe er 1969 die Nachfolge seines vormaligen Lehrers, des Prälaten Prof. Heinrich Wismeyer an der Münchner Musikhochschule und am Dom Zu Unserer Lieben Frau antrat. An der heutigen Hochschule für Musik und Theater in München unterrichtete Lehrndorfer bis 1996 laut Absolventenverzeichnis 113 Studenten, von denen zahlreiche ihrerseits wiederum in Spitzenpositionen, seien es Orgelprofessuren, Domorganistenstellen oder andere bedeutende Positionen rückten. Die pädagogische Erfolgsgeschichte wurde von der Hochschule durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft gewürdigt. Als Hochschulprofessor und Abteilungsleiter des Studienganges der Katholischen Kirchenmusik war der Dom Lehrndorfers zweiter Schauplatz, allerdings ohne ihn im Geringsten zu vernachlässigen. Im Gegensatz zu einigen im Olymp ruhenden „Titulairs“ spielte er sämtliche am Dom anfallenden Gottesdienste, von den Pontifikalien bis zu den Maiandachten, selbst, wenngleich ihm einige Vertreter zur Seite standen.

Nach 33 Dienstjahren als Domorganist von München beendete Lehrndorfer seine Tätigkeit 2002, nachdem dort das kollegiale Klima zu unerträglich geworden war. Lehrndorfer versah seinen Dienst unter den drei Erzbischöfen Döpfner, Ratzinger und Wetter. Einen Höhepunkt während seiner Ära bedeutete die Planung und Errichtung der neuen großen Domorgel durch die von ihm besonders geschätzte Orgelbaufirma iann im Zuge der 1994 abgeschlossenen Domrenovierung.
Seine langjährige Tätigkeit als Orgelsachverständiger in der Erzdiözese München und Freising kam ihm hierbei zugute. Zu Lehrndorfers 70. Geburtstag erschien die sehr ansprechend gestaltete Festschrift „Dux et comes“, welche auch eine Diskographie gewaltigen Ausmaßes beinhaltet. Bereits 1981 erbrachte die Aufnahmetätigkeit ihm den Deutschen Schallplattenpreis.
Unvergesslich sind seine frühesten Schallplatteneinspielungen mit den Kinderlieder- und Weihnachtsliederirnprovisationen, welche der Orgel einen weiten und neuen Interessentenkreis erschlossen. Diese, der deutschen Orgeltradition eines Bach, Reger und Höller entsprungene harmonische und kontrapunktische Natürlichkeit und Frische, die enorme Spielfreudigkeit stehen geradezu typisch für den von ihm geprägten Lehrndorfer-Stil. Zu den Früchten seines Alters durfte ein zufriedener Blick auf sein musikalisches Lebenswerk und Erbe, aber auch auf seine Familie und Enkelschr zählen; eine Fülle von offiziellen Ehrungen und Auszeichnungen aus Kirche und Staat gehört ebenso dazu. Wir verneigen uns ehrerbietig vor der nun vollendeten Musikerpersönlichkeit und empfehlen ihn der Herrlichkeit unseres gütigen Gottes. RIP.

Hans Leitner

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